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Seit vielen Jahren analysieren wir jährlich die Marktpotenziale, Chancen, Risiken und Perspektiven im Bereich Windenergie. Unsere Studien werden von zahlreichen Fachleuten und Brancheninsidern gelesen. Sie geben eine realistische Einschätzung der aktuellen Situation wieder und prognostizieren die zukünftige Entwicklung.

Ein Vergleich der Prognosen, der Empfehlungen und Ist-Werte zeigt, dass unsere Vorhersagen oft genau zutreffen. Somit bilden sie eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage für alle Marktteilnehmer im Windenergiebereich.

Seit 2017 gab es auch in der Windenergie Ausschreibungen, sowohl für Projekte auf See als auch an Land. Die Ergebnisse waren für viele Akteure sehr überraschend, da die Preise für Wind auf See in den Ausschreibungen April 2017 und 2018 teilweise auf null Cent gefallen sind. An Land fielen die Zuschlagspreise bedingt durch die stark privilegierten Bürgerenergiegesellschaften (BEG) in den Ausschreibungen von Mai, August und November 2017 von gewichteten Durchschnittswerten von 5,6 Cent auf etwa 3,8 Cent pro Kilowattstunde für einen 100%-Standort.

Im Februar und Mai 2018 kam es dann aufgrund der Gesetzesänderung (alle Teilnehmer mussten eine BImSchG-Genehmigung nachweisen) zu einer Stabilisierung der Preise auf einen gewichteten Durchschnittswert von 4,73 bzw. 5,73 Cent pro Kilowattstunde. Bei der Mai-Ausschreibung kam es sogar zu einer Unterzeichnung, da auf die ausgeschriebene Menge von 670 MW nur 604 MW an Geboten abgegeben wurden. In den sieben Ausschreibungen in 2020 über insgesamt 3.860 MW kam es außer in der Dezember-Ausschreibung zu Unterzeichnungen, allerdings nicht im „Netzausbaugebiet“, wo es oftmals zu Überzeichnungen kam.

Insgesamt wurden in 2020 nur 2.612 MW bezuschlagt (-1.247 MW / -32,3%). Der Höchstwert war auf 6,2 Cent pro kW festgelegt worden. Die mengengewichteten, durchschnittlichen Zuschlagswerte lagen zwischen 5,6 bis 6,2 ct/kWh. In den beiden bisherigen Ausschreibungen in 2021 wurden insgesamt 2.743 MW ausgeschrieben. Wobei die Bundesnetzagentur erstmals in der Ausschreibung im Mai von ihrem neuen Recht Gebrauch gemacht hat, bei drohender Unterzeichnung und Unterzeichnung in der vorherigen Ausschreibungsrunde (hier 1. Februar 2021) die Ausschreibungsmenge zu kürzen. Die ursprüngliche Ausschreibungsmenge von 1.500 MW wurde auf 1.243 MW reduziert.

Beide Ausschreibungen waren trotzdem unterzeichnet und nur 1.802 MW bezuschlagt (-941 MW / -34,4 %). Der Höchstwert in 2021 wurde auf 6,0 ct/kWh festgelegt. Im Mai lag der niedrigste Zuschlagswert bei 5,68 ct/kWh, der höchste Zuschlagswert bei 6,0 ct/kWh und der mengengewichtete, durchschnittliche Zuschlagswert bei 5,91 ct/kWh.

Die nächste Ausschreibung Wind an Land ist im September 2021 mit 1.492 MW (vorläufig), da es hier eventuell auch zu einer Reduzierung der Ausschreibungsmenge durch die Bundesnetzagentur kommen kann.

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Aktuelle Markteinschätzung zur Windenergie 2021

(Stand 07/2021)

Die Aufstellungszahlen im Jahr 2020 in Deutschland haben sich auf sehr niedrigem Niveau stabilisiert. Mit der Errichtung von 420 Windenergieanlagen (WEA) an Land und 32 Offshore-Windenergieanlagen (OWEA) mit Netzeinspeisung und einer neu installierten Leistung von 1.650 MW wurde ein Rückgang von 24,6 % gegenüber dem Vorjahr (2.189 MW) erzielt. Die am Netz befindliche Windenergieleistung konnte damit von 1991 bis Ende 2020 von 108 MW auf 54.938 MW an Land und 7.770 MW auf See gesteigert werden. Mittlerweile drehen sich in Deutschland mehr als 29.608 WEA an Land und 1.501 OWEA auf See. Im Jahr 2020 produzierten die installierten Windenergieanlagen 134,5 Milliarden KWh. Das entsprach etwa 23,7 % der deutschen Bruttostromerzeugung.

Deutschland belegt im Bereich Windenergienutzung weltweit den dritten Rang mit einer installierten Leistung von 62.708 MW nach China (288.320 MW) und den USA (122.317 MW). Auf den weiteren Plätzen folgen Indien (38.625 MW), Spanien (25.808 MW) und Großbritannien (23.937 MW).

Die Reaktorkatastrophe im März 2011 im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi in Japan führte zu einem starken Umdenken zugunsten einer verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien. Aufgrund der dortigen Vorfälle beschloss die Bundesregierung einen radikalen Wechsel ihrer bisherigen Atompolitik (u. a. sofortiges Abschalten von acht Kernkraftwerken und der stufenweise Atomausstieg bis 2022) bzw. Energiepolitik. Am 30. Juni 2011 beschloss der Bundestag mit großer Mehrheit (513 Stimmen) das „13. Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes“ das die Beendigung der Kernenergienutzung und Beschleunigung der Energiewende in Deutschland regelt.

Das Thema Energiewende ist seitdem ein zentraler Diskussionspunkt in der deutschen Politik und in vielen öffentlichen Debatten. Wie so oft geht den Gegnern die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmenpakete viel zu schnell und den Befürwortern viel zu langsam voran. Die seit März 2018 in Deutschland regierende große Koalition (CDU, CSU und SPD = GroKo) äußern sich dazu in ihrem Koalitionsvertrag wie folgt: „Wir führen die Energiewende sauber, sicher und bezahlbar fort. […] Eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende und Klimaschutzpolitik ist ein weiterer zielstrebiger, effizienter, netzsynchroner und zunehmend marktorientierter Ausbau der erneuerbaren Energien.“

Gegenüber ihren starken Ankündigungen hat sie den Ausbau in den letzten Jahren allerdings nicht gefördert, sondern extrem stark ausgebremst. Mit dem Ergebnis, dass im Zeitraum 2019 bis 2021 voraussichtlich nur ein Bruttozubau von etwa 6.300 MW erfolgen wird. Das ist im Gegensatz zu den Vorjahren eine Katastrophe, wo durchschnittlich jährlich mehr als 4.000 MW Zubau erfolgte (u. a. alleine im Rekordjahr 2017 6.583 MW). Eine Rüge hinsichtlich der unzureichenden Klimaschutzpolitik der Bundesregierung gab es im April 2021 vom Bundesverfassungsgericht. Zitat Pressemitteilung vom 29. April 2021: „Mit heute veröffentlichtem Beschluss hat der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts entschieden, dass die Regelungen des Klimaschutzgesetzes vom 12. Dezember 2019 (Klimaschutzgesetz ) über die nationalen Klimaschutzziele und die bis zum Jahr 2030 zulässigen Jahresemissionsmengen insofern mit Grundrechten unvereinbar sind, als hinreichende Maßgaben für die weitere Emissionsreduktion ab dem Jahr 2031 fehlen. Im Übrigen wurden die Verfassungsbeschwerden zurückgewiesen.“

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Daraufhin wurde die Bundesregierung zwangsweise aktiv und hat Ihre Klimaschutzziele noch einmal verschärft. Die Treibhausgasemissionen sollen bis 2030 um 65 % CO2 (bisher 55 %) reduziert werden, bis 2040 um 88 % CO2. 2045 (bislang 2050) soll Klimaneutralität erreicht werden. Zitat: „Deutschlands Weg zur Klimaneutralität ist im Klimaschutzgesetz vorgezeichnet. Nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 29. April und mit Blick auf das neue europäische Klimaziel 2030 hat die Bundesregierung am 12. Mai ein geändertes Klimaschutzgesetz 2021 vorgelegt. Der Beschluss des Gerichts verpflichtet den Staat, aktiv vorzubeugen, so dass es in Zukunft nicht zu unverhältnismäßigen Einschränkungen der Freiheitsgrundrechte der heute jüngeren Menschen kommt. Mit dem neuen Klimaschutzgesetz begegnet die Bundesregierung den besonderen Herausforderungen, die mit dem Klimawandel verbunden sind. Der Bundestag hat die Klimaschutznovelle am 24. Juni beschlossen. Sie hat am 25. Juni auch Bundesrat passiert. Die Novelle soll nach Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft treten“. Wie diese ehrgeizigen Ziele erreicht werden sollen und durch welche Maßnahmen, wurde leider nicht konkretisiert.

Im Dezember 2020 haben sich die EU-Staats- und -Regierungschefs darauf verständigt, das EU-Klimaziel für das Jahr 2030 von aktuell mindestens 40 auf mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 anzuheben. Demnach sollen die EU-internen Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 sinken. Der Ausbau der Windenergienutzung soll dabei weiterhin eine zentrale Rolle einnehmen.

Aktuell gilt das EEG 2021, das am 17. Dezember 2020 vom Bundestag novelliert und verabschiedet wurde. Am 1. Januar 2021 ist es in Kraft getreten und Ende April 2021 durch die Europäische Kommission beihilferechtlich genehmigt worden. Im EEG wird ein neues Langfristziel Treibhausgasneutralität vor 2050 des in Deutschland erzeugten und verbrauchten Stroms gesetzlich verankert. Zitat Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: „Ambitionierte Ausbaupfade für die Erneuerbaren Energien bis 2030 werden gesetzlich verankert, um das Ziel, einen Anteil der Erneuerbaren von 65 Prozent bis 2030 zu erreichen“. Insgesamt sind Neuerrichtungen von Windenergieanlagen an Land im Zeitraum 2021 bis 2023 von 10.400 MW und von 2024 bis 2028 von weiteren 20.900 MW geplant. Entsprechende Ausschreibungsmengen Wind an Land sind festgelegt worden. Im April 2021 wurde das Ausschreibungsvolumen durch die Bundesregierung für 2022 von ursprünglich 2.900 MW um weitere 1.100 MW auf 4.000 MW erhöht.

Den Offshore-Bereich regelt die am 5. November 2020 verabschiedete Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG). Mit dem auf 20 GW erhöhten Ziel für 2030 und dem neuen 40 GW-Ziel für 2040 kann die Windkraft auf See als das Fundament der Energiewende einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele in Deutschland leisten. Diese Ziele sind auch im Hinblick auf die Produktion von „grünem“ Wasserstoff für Deutschland unverzichtbar.

Seit 2017 gibt es auch in der Windenergie Ausschreibungen, sowohl für Projekte auf See als auch an Land. Die Ergebnisse waren für viele Akteure sehr überraschend, da die Preise für Wind auf See in der Ausschreibung April 2017 und 2018 teilweise auf null Cent gefallen sind. In den beiden Ausschreibungen Wind an Land im Februar und Mai 2021 wurden insgesamt 2.743 MW ausgeschrieben und 1.801 MW bezuschlagt (-942 MW / -34,3 %). Der Höchstwert in 2021 wurde auf 6,0 ct/kWh festgelegt. Im Mai lag der niedrigste Zuschlagswert bei 5,68 ct/kWh, der höchste Zuschlagswert bei 6,0 ct/kWh und der mengengewichtete, durchschnittliche Zuschlagswert bei 5,91 ct/kWh.

Das Thema Repowering nimmt in Deutschland einen immer höheren Stellenwert ein. Im letzten Jahr konnten von den neu errichteten 420 WEA bereits 102 als Repowering-Anlagen identifiziert werden. Das entspricht einer Leistung von 339 MW und einem Repowering-Anteil von etwa 24 % am Brutto-Zubau des Jahres 2020. Diese Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren weiter beschleunigen, da nur begrenzte Windvorrangflächen zur Verfügung stehen und diese optimal durch neueste Anlagentechnik genutzt werden sollten.

Das 2015 verabschiedete Pariser Klimaschutzabkommen sollte auf internationaler Ebene beim Klimaschutz den großen Durchbruch bringen. Allerdings kündigten die USA (Donald Trump), als einer der weltweit größten CO2-Emittenten, das Abkommen unverständlicher Weise Mitte 2017 wieder auf (Austritt zum Jahr 2020). Zum Glück trat der neue US Präsident Biden dem Abkommen 2021 wieder bei. Ein wichtiger Schritt bei den Bemühungen, das avisierte Ziel zu erreichen, die globale Erwärmung auf weniger als 2 °C gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen.

Die Windenergienutzung hat im letzten Jahr weltweit stark an Dynamik gewonnen, was primär auf die hohen Zubauraten in China und den USA zurückzuführen ist. Im letzten Jahr wurden weltweit 93.000 MW (Vorjahr 60.800 MW) neu installierter Windenergieleistung errichtet, was einer hohen Steigerung von 53,0 % entspricht. Besonders hervorzuheben ist hier die Entwicklung in China (+51.700 MW), den USA (+16.500 MW) und Brasilien (+2.600 MW). Insgesamt wurden bis Ende 2020 etwa 778.000 MW Windenergieleistung installiert.

Bis zum Jahr 2025 sollen weltweit inklusive der Offshore-Parks weitere 469.000 MW hinzukommen. Das entspricht einem Investitionsvolumen von mehr als 500 Mrd. Euro. Beim weiteren Ausbau kann Asien seine Führungsposition weiter festigen. In den nächsten fünf Jahren sollen in Asien alleine 233.700 MW und in Europa 76.500 MW neuer Leistung errichtet werden. Potenziale bieten hier weiterhin Großbritannien, Schweden, Spanien, Frankreich, Italien und mittelfristig auch osteuropäische Länder. Daneben sind weiterhin die USA und Indien sehr interessant, aber auch Kanada, Brasilien, Argentinien, Mexiko und Chile haben ambitionierte Ausbaupläne.

Neben dem Onshore-Bereich schreitet die großtechnische Offshore-Windenergienutzung in China, Großbritannien, Deutschland, Dänemark, Niederlande, Belgien und den USA weiter voran. Ende 2020 waren 35.293 MW (+6.060 MW gegenüber dem Vorjahr) Offshore-Windenergieleistung weltweit installiert. Die Risiken wurden teilweise unterschätzt und sind immer noch lange nicht vollständig erkannt. Daher sind nur wenige WEA-Hersteller bereit, diese erheblichen Risiken einzugehen. Es wird eine hohe Finanzkraft benötigt, um den Offshore-Bereich zu forcieren.

Aufgrund des teilweise starken Wachstums der Windbranche wurden der Betrieb und Service der errichteten Anlagen teilweise vernachlässigt. Es mangelte an dem notwendigen Fachpersonal und teilweise auch an einer vernünftigen Ersatzteilversorgung seitens der Hersteller. Immer mehr Betreiber fordern deshalb eine professionelle Betreuung, die eine hohe technische Verfügbarkeit der Anlagen gewährleistet. Zwar hat sich die Situation grundsätzlich verbessert, aber in diesem Bereich müssen weiterhin erhebliche Anstrengungen unternommen werden, um einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen über die angestrebte Lebensdauer von mindestens 20, 25 Jahren sicherzustellen.

Zurzeit werden in Deutschland onshore primär Anlagen der 3,5-MW- bis 4,5-MW-Klasse mit Rotordurchmessern von 115 bis 141 m aufgestellt. Für diese Anlagengrößen liegen teilweise Erfahrungswerte vor, so dass die Stör- und Ausfallanfälligkeit dieser WEA reduziert werden konnte. Um die Fehlerfrüherkennung zu verbessern und damit größere Schäden zu vermeiden, werden verstärkt Zustandsüberwachungssysteme erfolgreich eingesetzt. Die Entwicklungsdynamik in der Anlagentechnik ist weiterhin hoch, bedingt auch durch den starken Preisverfall bei den Anlagenpreisen in den Jahren 2018 bis 2020. Für Standorte mit nur schwachen bis mittelstarken Windaufkommen, also primär im Binnenland, werden verstärkt Windenergieanlagen mit bis zu 150 m Rotordurchmesser und Nabenhöhen bis 165 m angeboten. Wie sich diese Anlagen in der Praxis langfristig verhalten werden, ist noch nicht absehbar, da nur bedingt Erfahrungswerte vorliegen.

Neben Prototyp-Entwicklungen mit mehr als 15 MW Nennleistung (für die spätere Offshore-Nutzung) im Computer und ersten Testanlagen wurden in den letzten Jahren Serienanlagen mit 6,0 MW von GE, mit 8,4 MW von Siemens-Gamesa und mit 9,5 MW von MHI Vestas offshore errichtet.

In den letzten 25 Jahren ist in Deutschland eine Vielzahl hoch spezialisierter Windkraftprojektierer entstanden. Dabei übernehmen diese Firmen nicht nur die Projektierung, sondern sind oftmals auch für die spätere Verwaltung bzw. Betriebsführung der Windparks verantwortlich. In diesem Bereich sind aktuell etwa 160 bis 170 Unternehmen primär tätig, die mehr als 2.000 Mitarbeiter beschäftigen. In der gesamten Windbranche werden mittlerweile mehr als 100.000 Mitarbeiter beschäftigt. Das ist allerdings gegenüber dem Rekordjahr 2016 mit etwa 160.000 Beschäftigten ein erheblicher Rückgang (-37,5 %). Diese negative Entwicklung ist sicherlich eine Folge der verfehlten Energiepolitik der Bundesregierung, speziell des Wirtschafts- und Energieministers Peter Altmaier seit 2018 mit entsprechend katastrophal wenigen Errichtungen neuer Windenergieanlagen in den einzelnen Jahren.

Die Aussichten für die deutschen Projektentwickler für die nächsten Jahre verbessern sich wieder. Wir gehen in Deutschland an Land für 2021 von 2.500 MW Bruttozubau an Windenergieleistung aus. In den Jahren 2022 und 2023 werden die Errichtungszahlen leicht steigen. Auf See gehen wir von Projekten mit mindestens 600 MW bis Ende 2022 aus, die neu ans Netz gehen werden. Hier geht es allerdings erst wieder ab 2024/2025 verstärkt mit dem Ausbau weiter.

Die Marktaussichten in der deutschen Windbranche werden sich weiter verbessern. Die Konsolidierung der Branche ist weitestgehend abgeschlossen und es steht ein neuer Wachstumsschub bevor, der voraussichtlich allerdings erst im Jahr 2025/2026 die ehemaligen Höchstwerte aus dem Jahr 2017 (mehr als 6.000 MW Bruttozubau) erreicht. Wie hoch das Wachstum in den nächsten Jahren letztendlich sein wird, hängt maßgeblich vom Ausgang der Bundestagswahl im September 2021 ab. Nur wenn Bündnis 90/ Die Grünen einen hohen Stimmenanteil (20 % +) erhalten und damit Teil der neuen Bundesregierung werden, können sie ihre ambitionierten Klimaziele und die konsequente Fortführung der Energiewende umsetzen, was natürlich positiv für die erneuerbaren Energien wäre. Eine Koalition, unter der Führung der CDU/CSU, scheint aktuell die realistische Variante zu sein.